Tomislav Medak (Zagreb)

Tomislav Medak, geb. 1973 in Zagreb, Kroatien; arbeitet als Wissenschafts- und Publikationskoordinator für Philosophie, soziale Theorie und Ästhetik am Multimedia Institut in Zagreb. Medak ist freier Software- und Kulturarbeiter und Mitglied der Zagreber Theatergruppe BADco.

 

>> Lectures/ Presentations/ Panel

Sonntag, 24.9., 12 - 19 Uhr

Moderation: Marina Gržinić (Wien /Ljubljana)

„Why, It's no Rocket Science! - Critical Theory in Space“

Tomislav Medak (Zagreb)

 

>> Final presentation

Donnerstag 12.10., 20 Uhr

Von und mit Ralo Mayer, Philipp Haupt, Maren Grimm, Oliver Gemballa, Tomislav Medak u.a.

 

>> Beitrag in MALMOE 34:

Über den Gebrauch und Missbrauch von Intelligenz fürs Leben

IN DEN FOLGENDEN AUSFÜHRUNGEN wollen wir einige spezifische Arten skizzieren, wie Intelligenz entsteht. Zu überlegen, was Intelligenz ist, bräuchte es viel mehr Raum als so ein Text bietet zudem liegt darauf auch nicht unser Hauptaugenmerk. Im Hinblick darauf wie Intelligenz entsteht gilt es nach der potestas (Macht, Autorität, Herrschaft, Empire) zu fragen, während Intelligenz der Definition nach als facultas beschrieben wird. Wir schlagen daher eine Dislozierung von Intelligenz vor – vom engeren Bereich der Epistemologie hin zum Bereich der Politik (und damit indirekt der Kunst). Wir gehen davon aus, dass Intelligenz mit Macht verbunden ist und dass es keine Intelligenz gibt, die nicht auch ihre eigene Inszenierung darbietet.

Denn was ist die Zeit? Wer vermöchte dies leicht und in Kürze auseinanderzusetzen. Wer kann nun darüber etwas je sprechen, es auch nur in Gedanken umfassen? Und doch erwähnen wir nichts so häufig und nichts ist als so selbstverständlich als die Zeit. Und wir verstehen es allerdings irgendwie, wenn wir davon sprechen, noch verkennen wir es, wenn wir eine andere von ihr reden hören. Was ist also die Zeit? Wenn mich niemand darnach fragt, weiß ich es, wenn ich es aber einem, der mich fragt, erklären sollte, weiß ich es nicht; (Agustinus, Bekenntnisse, Buch XI, Kapitel 14)

1. WIR SOLLTEN VIELLEICHT DIE ARGUMENTATION UMDREHEN: Es ist nicht Zeit, die sich vor dem Hintergrund des Wissens ereignet, sondern das Wissen, das sich ereignet, indem es Zeit als Ausgangspunkt nimmt. Der erste Fall setzt eine Unterscheidung zwischen einem impliziten und einem expliziten Typ von Wissen voraus (implizit: voll, explizit: leer), was die Beständigkeit von Zeit garantiert. Es scheint so, als ob Zeit Wissen spaltet und sich selbst so unbeständig macht, dass es keinen praktikablen Übergang von einem Wissensregime zum nächsten gibt, der ohne Verluste wäre. Für Augustinus ist Zeit solch ein Gegenstand, der Wissen gleichsam in unterschiedliche Bereiche teilt und etwas schafft, das mit Wissen verknüpft ist, aber nicht Wissen selbst ist. Es handelt sich hier um einen Verlust/einen Rest von Wissen, um das was übrig bleibt vom Prozess des Übergangs von implizitem zu explizitem Wissen, und umgekehrt. Bei diesem Verlust/Rest an Wissen (oder in Augustinus Worten, Erklärung) handelt es sich sehr wohl um eine Artikulation von Wissen, d.h. um etwas, das nicht mehr oder nicht ganz Wissen ist, aber zumindest so etwas Ähnliches. Oder anders gesagt, Artikulation ist unzulängliches Wissen – etwas weniger als Wissen, aber auch etwas, das an den Moment erinnert, in dem Wissen von seiner konsistenten/kompletten in seine inkonsistente/leere Form übergeht. Die Frage, die sich hier auftut ist, ob so ein (strukturelles) Defizit seine Wurzeln in der Zeit als zeitliche Dimension hat, oder in der Zeit als rhetorischer Einheit, dem Geläufigsten und Bekanntesten, wie Augustinus sagt. In letzterem Fall stellt Zeit einen paradigmatischen Fall für ähnliche allgemeine Begriffe dar, oder vielleicht sogar der Sprache als Ganzem. So eine Möglichkeit würde in Summe bedeuten, dass Sprache selbst die Instanz darstellt, die seine eigene Artikulation verhindert – so dass Artikulation immer zwischen einer voll erreichten Signifikation und der Bedeutungslosigkeit von Wissen steht, sozusagen als Restbestand. Wenn die Artikulation von Wissen so voranschreitet, was bedeutet, dass Artikulation zur gleichen Zeit unzulänglich und notwendig ist, dann stellt sich die Frage, ob so ein Prozess unter ein stabiles und allgemeines Wissensregime subsumiert werden kann. Für Augustinus ist diese Frage, obwohl sie so wichtig und überlegenswert ist, jedoch nur von geringem Interesse. Warum? Im zitierten Abschnitt überdeterminiert der Begriff der Ewigkeit das Wissen über Zeit, mit Gott als jener Instanz, die den Fortbestand von Wissen garantiert. Die argumentative Kette, die wir hier einführen, nimmt weder das eine noch beides an, im Gegenteil, die Frage nach einem generellen Rahmen, in dem Wissen stabilisiert werden kann, wird aufs Extreme radikalisiert. Artikulation (als Rest von Wissen) wird hier negativ verstanden, als eine Art Teufelskreis und ständige Zirkulation zwischen zwei alternativen Regimes von Wissen. Artikulation (von Wissen) ist in solch einem Verständnis unzulänglich, unterschiedlich, diffus und so weiter bis in die Ewigkeit.

Umweg. Was passiert, wenn Wissen das ist, was unterschiedliche Dimensionen von Zeit öffnet oder teilt? Wenn Wissen, das immer artikuliertes Wissen ist, nicht mehr einen Verlust/Rest von Wissen darstellt, das einem Teufelskreis unterliegt, sondern einen Moment in sich birgt, der neue Möglichkeiten, neue Räume innerhalb der Zeit eröffnet? Ist so eine Artikulation ident mit dem Bewusstsein und mit der Macht des historischen Materialisten, über den Benjamin in seinen Thesen über die Geschichte spricht? Ist dies eine Kraft, die die Kontinuität der Versklavung innerhalb der Geschichte unterbricht? Ist dies die Macht der Emanzipation?

Glückliche Familien sind alle gleich, jedoch verhält sich jede unglückliche Familie auf ihre Weise unglücklich. (Tolstoi, Anna Karenina)

2. DIE ANALYSE DER AUFGEKLÄRTEN MODERNE beschäftigt sich stets mit Fragen sozialer Macht. Für die Autoren von Dialektik der Aufklärung, Adorno und Horkheimer, hat sich die Moderne– trotz des offensichtlichen Fortschritts in Technologie oder Ökonomie, gegen sich selbst gewandt und ihre eigene Basis als zweifelhaft hingestellt. Das Kernstück dieses kritischen Verständnisses beruht auf der Erkenntnis, dass (sowohl politische als auch gesellschaftliche) Macht pervertiert wurde, dass die Macht sich selbst verlassen hat. Aber diese Preisgabe soll nicht so verstanden werden, als ob Macht irgendeine Rationalität in sich selbst verlassen habe (und in Folge die verlassene Macht komplett irrational wird). Im Gegenteil, es entsteht ein Prozess von verdichteter Macht. Um es anders zu formulieren – während die Macht in der Vergangenheit sich um die Regierungsgewalt sorgte, kümmert sie sich heute nur mehr darum wie sie die Macht behalten kann. In diesem Fall sind die Alternativen wiederum nicht exklusiv beschaffen, obwohl aus der anfangs quantitativen Differenz eine qualitative wurde. Das Regieren wird in Hinsicht auf die Frage der Machterhaltung automatisch radikalisiert, entmächtigt und rationalisiert. Als Ergebnis wird Macht (sowohl politische als auch gesellschaftliche) zu einem ausgeprägten Bereich menschlicher Praxis – und zum gleichen Zeitpunkt paradoxerweise begrenzt und entpotenzialisiert. Auf der einen Seite ist sie gewaltig autonom, auf der anderen Seite so abhängig von flankierender Unterstützung.

Foucault kommt zu ganz ähnlichen Schlussfolgerungen, wenn er von Gouvernementalität spricht. Die moderne, aufgeklärte Gemeinschaft ist nach ihm keine Gemeinschaft mehr, in die Substanz investiert wird, sondern sie ist vielmehr relational (eine Gemeinschaft, die auf die Beziehung zwischen der “Gemeinschaft” und “uns” setzt), wird gleichzeitig ausgeführt und zu Ende gebracht und daher ist sie absolut. Deshalb ist es möglich zu sagen, dass die moderne Gemeinschaft als absolute immer viel mehr und viel weniger als eine Gemeinschaft ist. In einer sehr spezifischen Art und Weise ist diese Gemeinschaft folglich unvermeidbar, unüberwindbar und unmöglich. Unvermeidbar, eine notwendige Katastrophe. Eine Katastrophe politischer Beziehungen, nicht von Substanzen oder Körpern. In seinen Vorlesungen der späten 1970er Jahre beschrieb Foucault detailgetreu, was es bedeutet in so einer Gemeinschaft am Ende aller Gemeinschaften zu leben. Kurz gesagt, das Leben, das zu seinem eigenen Gesetz, Maß und Zweck geworden ist, ist das Subjekt der Politik solch einer „Gemeinschaft“. Die Logik der Gouvernementalität wird zur Logik einer nicht mehr politischen Herrschaft und der Entscheidungsfindung hinsichtlich der Grenzen der Kommunalität. Politik ist hier nichts anderes mehr als Polizei im engsten Sinn des Wortes (was so viel bedeutet wie die Regierungsgewalt aufrecht zu erhalten).

DAS VERGESSEN, VERSCHWINDEN ODER DER TOD von (politischer und sozialer) Herrschaft ist daher nicht das destruktive Ende aller Dinge, da ein gewisser Modus der Entscheidung von einem anderen ersetzt wurde, der sogar noch effizienter und „demokratischer“ ist, sondern das ist das Verfahren der Polizei.

Leben, das bedingungslos zu einem Gesetz wurde, meint ein Leben, das seine eigene absolute Legitimation darstellt. Für ein Leben, das seine eigene Utopie lebt, stellt das Defizit der Legitimation kein Problem dar, sondern seinen Mehrwert.

Was uns hier besonders interessiert, ist die Foucaultsche Unterscheidung zwischen einem Territorium und einer Bevölkerung, die im Zentrum der Unterscheidung zwischen (klassischer) Souveränität und (moderner) Gouvernementalität steht. Für Foucault überlagert sich diese Andersartigkeit mit anderen Unterscheidungen, so dass es unmöglich ist eine eindeutige Aussage darüber zu treffen, wie die Logiken der Souveränität und Gouvernementalität miteinander in Beziehung stehen. Ist Gouvernementalität also eine Erweiterung und Fortführung der Souveränität, oder schließen sich beide gegenseitig aus?

Zusammenfassend lässt sich sagen: während die Souveränität das Territorium verwaltet, verwaltet die Gouvernementalität die Bevölkerung, was mit der anfänglich möglich erscheinenden Unterscheidung zwischen dem physischen und psychischen Raum jedoch nichts zu tun hat. Souveränität regiert über Körper und Seele sowie über die Unterscheidungen zwischen Körper und Seele, während die Herrschaft der Gouvernementalität prekärer und instabiler ist, da sie jenseits des Bereiches aller Körper und Seelen und ihrer Unterschiedlichkeiten regiert. Falls der Begriff nominalistischer Materialismus, der oft verwendet wird um Foucaults Denken zu beschreiben, irgendeine Gültigkeit besitzt, dann ist es wichtig festzuhalten, dass Gouvernementalität als Regime das regiert, was Marx General Intellect genannt hat..

General Intellect ist die grundlegende Produktivkraft des Lebens jenseits aller vorstellbaren Beziehungen zwischen Körper und Seele, Territorien und Bevölkerungen. Der so verstandene Intellekt übersteigt daher (zugleich vollbringend und überschreitend) das körperlich /territoriale Reich der Souveränität und das psychisch/bevölkerungstechnische Reich der Gouvernementalität. Oder, wie wir es bereits ausgeführt haben, aus dem Regieren wird Polizei, d.h. es handelt sich um Regierungsgewalt außerhalb des Bereichs des Regierens. Es ist daher interessant zu beobachten wie Foucault, mit seiner Geste einer neuen Form des Positivismus, versuchte die strukturelle Dynamik eines Gemeinwesens zu beschreiben, das durch den Intellekt als primäre und treibende gesellschaftliche Kraft bestimmt wird. Wenn Nationalismus jene Idee beschreibt, welche die Struktur von Einschluss und Ausschluss nationaler Souveränität darstellt, dann wird in der Gouvernementalität diese Unterscheidung vom Rassismus erfüllt, so Foucault. Wir sprechen hier jedoch von einer sehr seltsamen Form des Rassismus, nämlich von Rassismus ohne Rasse, die von der Gemeinschaft aufgrund von psychischen oder physischen Merkmalen ein- bzw. ausgeschlossen werden könnte. Es handelt sich hier um intellektuellen Rassismus. Intellektueller Rassismus als treibende Kraft hinter der Gouvernementalität umschlingt alles und toleriert kein Außen. Dies ist ein nunc stans, d.h. ein Moment, der keine temporäre Artikulation einer Gemeinschaft kennt, die sich nicht mehr zu helfen weiß und keine Möglichkeit zur Flucht besitzt.

Aber, wie wir vorhin argumentiert hatten: auf der einen Seite haben wir eine Herrschaft, die so mächtig autonom funktioniert, und auf der anderen hängt sie von flankierenden Maßnahmen ab. Sie muss durch das Leben sichergestellt werden. Wir haben es hier mit einer zweifachen Art des modernen Rassismus zu tun, und ohne diese Dualität könnte er überhaupt nicht funktionieren. Er könnte nicht existieren, ohne dass ihm das Leben seine Zustimmung, regiert zu werden, gibt, und ohne den Diebstahl an Wissen. Hier beschäftigen wir uns mehr mit letzterem Aspekt, da er direkt das Thema von Ge- und Missbrauch von Information und Intelligenz berührt.

Seit jeher war der sogenannte “Diebstahl von ArbeiterInnenwissen”eine Ressource des kapitalistischen Unternehmens. Wenn demnach die ArbeiterInnen einen Weg gefunden hatten, eine bestimmte Tätigkeit mit geringerer Anstrengung auszuführen, und so eine Pause mehr einlegen konnten, nutzte die Firmenhierarchie dieses minimalen Freiraum aus, um die Arbeitsorganisation zu verändern. Meiner Ansicht nach hat man es mit einer erheblichen Veränderung zu tun, wenn die Tätigkeit der Arbeiterinnen und Angestellten in gewissem Ausmaß gerade darin besteht, Alternativen, “Tricks” und Lösungen zu finden, die die Arbeitsorganisation verbessern sollen. In diesem Fall wird das ArbeiterInnenwissen nicht heimlich genützt, sondern explizit eingefordert, es wird also zu einer der Aufgaben innerhalb der Arbeit. (Paolo Virno, Grammatik der Multitude, S.83)

DER PROZESS, DEN VIRNO BESCHREIBT und der im 20. Jahrhundert in der Zeit des Taylorismus traurige Berühmtheit erlangte, war und ist noch immer Teil des Versuchs, das versteckte Wissen der Arbeit sowie deren Kooperation klar und deutlich (explizit) zu machen, so dass daraus eine wissenschaftliche Betriebsführung (=Herrschaft) des Produktionsprozesses entsteht . Warum? Betrachtet man es von der anderen Seite als eingeschlossen, dann ist das versteckte ArbeiterInnenwissen und deren Kooperation als Hindernis eines effizienteren technologisch-ökonomischen Fortschritts zu sehen . Im Unterschied zur Zeit, in der F.W.Taylor seine Bücher verfasste, wurde die Notwendigkeit die Intelligenz der Arbeiter klar und deutlich zu machen heute zu einer bestimmenden Norm (in Form eines Verschwiegenheitsabkommens zum Beispiel, d.h. einem rechtlichen Vertrag zwischen zwei Parteien, der vertrauliche Inhalte der Parteien festlegt, die diese miteinander für gewisse Zwecke teilen, aber einen allgemeinen Gebrauch davon ausschließen wollen).

Die unterstellte Irrationalität (Tricks) dieser Arbeiterabkommen, ihre Geheimhaltung (Verschwiegenheit gegenüber dem Arbeitgeber) etc. – dieses Konglomerat an Mutmaßungen, das für die Erpressung von Wissen diente, wird heute gleich zu Beginn eingeführt. Dies ist auf jeden Fall das Ergebnis der Immaterialisierung der Arbeit im späten 20. Jahrhundert; doch ist der Wendepunkt, auf den wir hinweisen wollen, noch interessanter: Angestellte (= LohnarbeiterInnen) werden bereits bei ihrem Eintritt zu einer Entscheidung gezwungen , die gleichzeitig Indiskretion (gegenüber dem eigentlichen Arbeitgeber) und Verschwiegenheit (gegenüber der Umgebung) beinhaltet. Der/die Angestellte wird dazu gedrängt diese Entscheidung zu treffen, aus der sich die Herrschaft im Bereich der Artikulation selbst ableitet. Trotz der Unterschiede scheint es, dass wir es hier mit der selben Art der Artikulation zu tun haben, die wir bei Augustinus gefunden haben – einer Artikulation, die in diesem Teufelskreis zwischen implizit und explizit gefangen ist.

DAS REGIEREN, DAS SICH IN LETZTER INSTANZ NUR UM DIE ERHALTUNG DER MACHT SORGT, Regieren, das nur mit dem Selbstregieren beschäftigt ist, egal ob dies irgendeinen Effekt auf die Umgebung besitzt oder nicht, hängt von der Entscheidung der Artikulation ab, die ins Spiel gebracht wird, die jedoch jedes spezifischen Inhalts beraubt und auf das wer und wie reduziert wurde. Wenn einst die Tricks der Arbeiter und ihr Verhalten etwas Bedrohliches darstellten, das die Arbeitgeber aber auch neugierig machte, ist die Situation heute umgekehrt. Das was unsere Neugier vorwärts treibt ist jene “Magie”, die in unsere eigenen Entscheidungen, Artikulationen und Entscheidungen über Artikulationen immer wieder als unendliche Sequenz von schlechten oder weniger schlechten Handlungen eingeschrieben ist.

Und obwohl dies aus heutiger Perspektive naiv scheinen mag, sollten wir uns an die Hoffnung erinnern, die einer bestimmten historischen Aufgabe innewohnte: Vergesellschaftete „Arbeit kann ihre Identität nur dann wiedergewinnen, wenn die Arbeiter sich jene kognitiven Funktionen wiederaneignen, die das kapitalistische Management entfremdet hat. Dies kann nur dann erreicht werden, wenn Arbeiter als revolutionäre Klasse innerhalb des Prozesses der nationalen Produktion danach streben, die Implikationen ihres Status als sozialisierte Arbeiter zu realisieren. Doch ist eine effektive Absorption der betrieblichen Herrschaft und die konsequente Veränderung ihres einschlägigen Status in Wahrheit gleichbedeutend mit der der Formierung des sozialistischen Menschen.“ (Alfred Sohn-Rethel, Imperialism – the era of dual economics, Praxis 1/2 - 1969).

Tomislav Medak/ Petar Milat

Übersetzung aus dem Englischen: Walter Seidl/ Leo Kühberger